Die Pläne zur Fernwärmetrasse beunruhigen Othmarscher und Flottbeker Bürger.

Offener Brief an Senator Kerstan:


Geht es nach Ihren Plänen, lieber Senator Kerstan, kommen auf Anwohner, Gewerbetreibende und Betriebe im Hamburger Westen wieder einmal jahrelange Einschränkungen zu.

Und das unmittelbar nach einem zeitaufwendigen Umbau der Waitzstraße und den Umbaumaßnahmen auf der Reventlowstraße. Erschwerend hinzu kommt, dass zeitgleich weitere infrastrukturelle Großbauprojekte im direkten Umfeld geplant sind. Hier sei nur die Überdeckelung der A7 im Bereich Bahrenfeld/ Othmarschen, der Neubau des AK Altona oder die Grundinstandsetzung der Elbchaussee genannt.

Besonders betroffen von der geplanten Trassenführung werden neben den Anwohnern und Hunderten Schülern, die morgens mit dem Fahrrad zur Schule fahren, eine Vielzahl von Einzelhändlern und Geschäftsleuten. Im Umkreis der projektierten Fernwärmetrasse befinden sich über einhundert Geschäfte, Betriebe, Kleinunternehmer, Praxen und Kitas. Die beabsichtigte Fällung von mehr als 40 Straßenbäumen im Zuge der Baumaßnahmen wurde bereits von der zuständigen Behörde genehmigt. Dazu zählen auch Eichen und Kastanien mit einem Lebensalter von 80 Jahren und mehr. Durch umfangreiche und langfristige Bauarbeiten muss mit einer Beschädigung des Wurzelwerks und somit dem Absterben weiterer Bäume gerechnet werden. Betroffene befürchten zu Recht eine Veränderung des Charakters der Ortsteile und des Stadtteilbildes.

Es verwundert also wenig, dass mündige Bürger ob der Notwendigkeit und der Sinnhaftigkeit der Verlegung der Fernwärmetrasse, quer durch mehrere gewachsene Stadtteile, Transparenz bei den Planungsentscheidungen einfordern.

Es geht hier nicht um Partikularinteressen. Die Anliegen und Fragen der Bürger sind relevant. Sie einfach abzutun ist kein gutes Regieren. – Über den Stil Ihrer Kommunikation breiten wir lieber den Mantel des Schweigens!

Bei einer Informationsveranstaltung in der Volkshochschule West im Januar 2020 wurde deutlich, dass nicht nur die Bürger, sondern auch die Vertreter der Kommunalpolitik, aufgrund der Komplexität der Sachverhalte überfordert waren. Eine echte Meinungsbildung war nicht möglich. Transparenz sieht anders aus.

Die geladenen Bewerber der Parteien zur Wahl der Hamburgischen Bürgerschaft – ich war eine von ihnen – gaben ein klägliches Bild ab.

Trotz persönlicher thematischer Vorbereitung, Recherche und teilweise parlamentarischer Befassung mit dem Thema, konnten die Kandidaten wenig bis gar nicht zur Aufklärung des Sachverhalts beitragen.

Das geht so nicht und muss an dieser Stelle deutlich kritisiert werden.

Wenn politische Entscheidungen nicht nachvollziehbar sind, wenn Bürgern keine Möglichkeit gegeben wird, sich neutral und umfassend zu informieren, dürfen sich Entscheidungsträger nicht über mangelnde Akzeptanz wundern.

Als Freie Demokratin kann ich mir an dieser Stelle den Hinweis nicht verkneifen, dass es die Steuergelder dieser fragenden Bürger sind, die für Infrastrukturmaßnahmen, wie den Bau der Fernwärmetrasse verwendet werden.

Lieber Herr Senator Kerstan, um allen Betroffenen doch noch die Gelegenheit zur freien und unbeeinflussten Meinungsbildung zu geben, fordere ich die federführende und Ihnen unterstellte Behörde für Umwelt und Energie, sowie Wärme Hamburg WHH auf, endlich eine transparente und allgemein verständliche Gegenüberstellung aller Varianten anzufertigen und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Nur so können Sie verhindern, dass durch mangelnde Informationen, Intransparenz und Kommunikationsschwächen, für beide Seiten unerfreuliche, kostenintensive und langjährige gerichtliche Auseinandersetzungen entstehen.

Die Bürger der Stadtteile Othmarschen, Flottbek und Bahrenfeld werden es Ihnen danken.

Mit besten Grüßen aus dem Hamburger Westen, Katarina Blume

Kontakt:
Katarina Blume
Abgeordnete der Bezirksversammlung Altona
FDP – Fraktion  Altona
Fraktionsvorsitzende
Vorsitzende Kreis Altona
Info@katarina-blume.de
Mobil: 0172-7188448